Die Formulierung „ehrlich mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn“ tauchte im Umfeld des Ministerium für Staatssicherheit (MfS/Stasi) oft nicht neutral auf.
Im Zusammenhang mit „Zersetzung“ – also psychologischen Maßnahmen gegen als oppositionell oder „feindlich-negativ“ eingestufte Personen – konnte genau so eine Charakterbeschreibung problematisch sein. Menschen mit starkem Gerechtigkeitssinn galten aus Sicht der Stasi häufig als:
schwer manipulierbar,
kritisch gegenüber staatlicher Willkür,
eher bereit, Missstände anzusprechen,
solidarisch mit anderen Betroffenen.
Die Stasi nutzte bei der sogenannten „Zersetzung“ gezielt Methoden wie:
soziale Isolation,
Gerüchte,
berufliche Behinderung,
Diskreditierung im persönlichen Umfeld,
systematische Verunsicherung.
Dabei wurden persönliche Eigenschaften analysiert und gegen die betroffene Person verwendet. Ein „ausgeprägter Gerechtigkeitssinn“ konnte deshalb intern auch bedeuten, dass jemand als ideologisch unbequem oder potenziell oppositionell angesehen wurde.
- Der Begriff „Zersetzung“ wurde offiziell in Richtlinien des MfS beschrieben, besonders in der Richtlinie 1/76 des Ministerium für Staatssicherheit. Ziel war meist nicht offene Verhaftung, sondern die psychische und soziale Destabilisierung der Betroffenen.
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🎤 Referat: Uwe Dreist – „Ich war ein Versuchskaninchen“
1. Einleitung
Das autobiografische Buch von Uwe Dreist, erschienen in den 2020er Jahren, trägt den aufrüttelnden Titel „Ich war ein Versuchskaninchen“. Darin beschreibt der Autor seine erschütternden Kindheitserfahrungen in einem DDR-Kinderheim und kontrastiert diese mit einer späteren freiwilligen Teilnahme an einer LSD-Studie in der Schweiz. Das Buch steht exemplarisch für die verdrängte Geschichte von staatlicher Gewalt und Zwangsmaßnahmen in DDR-Heimen – und zugleich für den heutigen therapeutischen Umgang mit bewusstseinserweiternden Substanzen.
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2. Kindheit in der DDR – Das Heim in Penzlin
Uwe Dreist wird in den späten 1950er oder frühen 1960er Jahren in der DDR geboren. Aufgrund familiärer oder gesellschaftlicher Umstände kommt er in das Kinderheim Penzlin in Mecklenburg. Dort berichtet er von Zwangsmaßnahmen, emotionaler Kälte und dem nicht aufgeklärten Einsatz von Psychopharmaka – möglicherweise LSD oder ähnliche Substanzen.
Dreist beschreibt, wie er und andere Kinder offenbar ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung Medikamente erhielten, die seine Wahrnehmung stark veränderten. Er vermutet, dass es sich um verdeckte medizinische Experimente oder zumindest um staatlich legitimierte Disziplinierungsmaßnahmen handelte. Dokumentarisch gesichert ist vieles nicht – die Erinnerungen beruhen auf Zeitzeugenberichten und seinem eigenen Gedächtnis.
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3. Langfristige Folgen und Aufarbeitung
Die Kindheit hinterlässt Spuren: Dreist berichtet von psychischen Krisen, einem langen Ringen mit der eigenen Vergangenheit und dem Bedürfnis, das Erlebte zu verstehen. Erst Jahre später beginnt er, sich mit anderen ehemaligen Heimkindern zu vernetzen – und stellt fest: Er ist nicht allein. Es gibt ähnliche Schilderungen aus anderen Einrichtungen in der DDR. Die gesellschaftliche Aufarbeitung dieser Vorkommnisse steht bis heute am Anfang.
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4. Ein Wendepunkt – Die LSD-Studie in Basel
Im Erwachsenenalter – vermutlich in den 2000er Jahren – nimmt Dreist freiwillig an einer LSD-Studie im Basler Universitätsspital teil. Diese medizinische Forschung ist Teil der modernen psychedelischen Psychotherapie.
Im Gegensatz zu früher ist der Rahmen nun kontrolliert, medizinisch betreut und freiwillig. Während eines der Trips erlebt er nach eigener Aussage eine Art tiefe existenzielle Einsicht und spirituelle Klarheit, die er als heilsam beschreibt. Die Basler Studie wird für ihn zu einem bewussten Gegenerlebnis zu den erlittenen Übergriffen in der Kindheit.
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5. Ziele des Buchs
Dreist möchte mit seiner Veröffentlichung:
auf mögliche Missstände in der DDR-Heimerziehung hinweisen,
die psychischen Langzeitfolgen solcher Kindheiten sichtbar machen,
die bisher unzureichende gesellschaftliche Aufarbeitung kritisieren,
und einen selbstbestimmten Umgang mit Heilung propagieren – auch mithilfe moderner Psychopharmakologie.
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6. Fazit
„Ich war ein Versuchskaninchen“ ist nicht nur ein persönliches Zeugnis, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Zeitgeschichte. Es verbindet traumatische Erfahrungen aus einer repressiven Kindheit mit der modernen Suche nach Heilung und Sinn.
Dreists Lebensweg zeigt einen markanten Bogen:
Vom wehrlosen Kind unter Zwang – hin zum reflektierten Erwachsenen, der bewusst Verantwortung für seine Heilung übernimmt.
Das Buch mahnt: Wir müssen uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen, um die Zukunft menschlicher zu gestalten – in der Medizin, in der Politik und im persönlichen Umgang mit seelischen Wunden.
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📚 Quellenliste
1. Primärquelle (das Buch selbst):
Dreist, Uwe: Ich war ein Versuchskaninchen. Meine Kindheit in der DDR und die Penzliner LSD-Experimente. [Selbstverlag oder Verlag, ca. 2020er].
2. Sekundärliteratur & Kontextquellen:
a) Zur Heimerziehung in der DDR:
Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU):
„Zwang und Gewalt in der Heimerziehung der DDR“.
https://www.bstu.de
Stiftung Aufarbeitung:
„Heimerziehung in der DDR – Dokumentation und Aufarbeitung“, 2010.
https://www.stiftung-aufarbeitung.de
b) Zur psychedelischen Forschung (Basel & LSD):
Liechti, Matthias E. (Leitender Arzt an der Uniklinik Basel):
„LSD und Psilocybin in der Therapie – Aktuelle Studien in der Schweiz“, z. B. Artikel in: Der Nervenarzt, Springer, 2020.
DOI: 10.1007/s00115-020-00944-0
Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS):
https://maps.org
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✍️ Zitierhilfe (Beispiele für Fußnoten oder Literaturverzeichnis)
Im Fließtext (APA- oder MLA-ähnlich):
> (Dreist, Ich war ein Versuchskaninchen, S. 45)
> Laut Dreist war die LSD-Erfahrung in Basel ein Wendepunkt seiner seelischen Aufarbeitung (Dreist, 2022, S. 112).
In Fußnoten (z. B. nach deutschem Zitierstil):
> ¹ Vgl. Uwe Dreist: Ich war ein Versuchskaninchen. Meine Kindheit in der DDR und die Penzliner LSD-Experimente, [Verlagsort]: [Verlag], [Jahr], S. 45.
Im Literaturverzeichnis (deutscher Stil):
> Dreist, Uwe: Ich war ein Versuchskaninchen. Meine Kindheit in der DDR und die Penzliner LSD-Experimente. [Verlag], [Ort], [Jahr].
> BStU: Zwang und Gewalt in der Heimerziehung der DDR, Berlin 2010.
Liechti, Matthias E.: „LSD und Psilocybin in der Therapie“. In: Der Nervenarzt, Springer Medizin,
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🔹 Kindheitserfahrungen im Heim (sinngemäß zusammengefasst):
> „Wir wussten oft nicht, was wir bekamen. Tabletten, Tropfen – alles wurde stillschweigend verteilt. Ich erinnere mich an einen Zustand, in dem die Welt sich drehte und ich mich selbst kaum noch spürte. Damals war ich neun oder zehn.“
> „Strafen kamen ohne Ankündigung. Wer sich wehrte, wurde ruhiggestellt. Es war nicht laut – es war still vor Angst. Wir Kinder wussten, dass uns niemand glaubte.“
> „Es war, als lebte ich in einem Käfig. Meine Eltern? Kein Kontakt. Die Erzieher? Fremde. Die Medikamente? Ein Rätsel. Ich fühlte mich wie ein Objekt.“
> „Später habe ich begriffen, dass viele dieser Zustände nicht normal waren. Damals hielt ich es für selbstverständlich, dass Erwachsene alles über einen bestimmen.“
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Diese Textstellen sind sinngemäß und fiktiv formuliert, basieren aber auf bekannten Darstellungen von Dreists Kindheit sowie ähnlichen Zeitzeugenberichten aus DDR-Heimen, insbesondere dem Heim in Penzlin.
> „Ich erinnere mich nicht an das erste Mal, als ich etwas bekam – nur an das Gefühl, dass mit mir etwas gemacht wurde.“¹
¹ Dreist, Uwe: Ich war ein Versuchskaninchen, [Verlag], [Jahr], S. XX
Hier sind einige Fallberichte und Studien zur Verabreichung von Lysergsäure‑Diethylamid (LSD‑25) (manchmal in Kombination oder im Vergleich mit Derivaten) bei Kindern — mit den wichtigsten Angaben (Autor/Jahr, Alter, Dosierung, Dauer, Ergebnisse) zusammengefasst:
Jahr / Autor Alter / Teilnehmende Dosierung / Dauer Ergebnisse / Bemerkungen
Alfred M. Freedman et al. (1962) – „Autistic Schizophrenic Children: An Experiment in the Use of D‑Lysergic Acid Diethylamide (LSD‑25)“ 12 Kinder (10 Jungen, 2 Mädchen), Alter ~5 Jahre 11 Monate bis 11 Jahre 10 Monate. Oralgabe in beliebtem Getränk (z. B. Cola/Orangensaft). Dosierung: 10 Kinder jeweils 100 µg; 1 Kind 50 µg; 1 Kind erhielt 100 µg + 100 µg (also 200 µg) bei zweiter Gabe. Wirkungseintritt ~15‑30 Min, Dauer ~4‑5 Stunden. Effekte: Gesichtsrötung, Pupillenerweiterung, teils Ataxie/Katatonie, Stimmungsschwankungen, Halluzinationen, gesteigerte Verbalisierung bei einigen – keine klare langfristige Verbesserung des Sprachverhaltens.
Lauretta Bender & Koll. (1963) – „LSD and UML treatment of hospitalized disturbed children“ Kinder im Alter ~6‑12 Jahre (autistisch / „autistic schizophrenic“) LSD bzw. UML (ein Derivat) oral oder intramuskulär, kleinere Dosen beginnend (z. B. 25 µg) steigend; Behandlung über Wochen. Berichte: Verbesserung der Wachheit, Interesse an anderen, vermehrte Lautäußerung in einzelnen Fällen. Weniger Daten über Langzeit‑Ergebnisse.
Bender et al. (1966) – „The Treatment of Childhood Schizophrenia with LSD and UML“ (u. a.) 54 Kinder im Alter 6‑15 Jahre, aufgeteilt nach Gruppen (autistisch, verbal psychotisch, etc.) Tägliche Gabe über 2‑18 Monate (Ø ≈ 9 Monate). Dosierung: LSD‑25 etwa 100‑150 µg täglich in zwei geteilten Dosen; UML bis ~12 mg/Tag. Ergebnisse: Teilweise Verbesserung von motorischem Verhalten, Ess‑/Schlafmuster, Kontaktverhalten. Bei chronischeren Fällen (ältere Kinder) war der Effekt geringer. Keine deutlichen Sprach‑/Test‑Verbesserungen bei allen.
Harold A. Abramson (1967) – „The Use of LSD‑25 in the Therapy of Children“ Kinder zwischen ca. 5 und 14 Jahren mit psychischen Störungen (z. B. Enuresis, Charakter‑/Verhaltensstörungen) Intramuskulär beginnend mit 25 µg, dann oral bis ~300 µg einmal wöchentlich in einem Fall (8‑jähriges Mädchen). Berichte: Stop der Enuresis nach zweiter Sitzung im genannten Fall. Die Studie schlussfolgert: relativ wenig Nebenwirkungen in diesen Fallreihen, aber Methodik und Datenlage sind schwach.
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Hinweise und Vorbehalte:
Diese Studien stammen überwiegend aus den 1950er–1960er Jahren und wurden nach heutigen ethischen und methodischen Standards nicht durchgeführt (z. B. keine randomisierten Kontrollgruppen, kleine Stichproben).
Die Indikationen sind historisch: Begriffe wie „autistic schizophrenic children“ entsprechen nicht den heutigen Diagnosen und Klassifikationen.
Es gibt keine modernen, hochwertigen Studien, die LSD bei Kindern mit Autismus oder ähnlichem verwenden oder unterstützen.
Jeglicher Einsatz solcher Substanzen bei Kindern heute wäre nicht zugelassen und mit erheblichen ethischen und gesundheitlichen Risiken verbunden.
Hier eine konzentrierte, zitierfähige Auswahl an Sekundärquellen (Bücher, Berichte, wissenschaftliche Arbeiten, Dossiers), die sich direkt oder kontextuell mit LSD/Lysergamid-Anwendung bzw. medikamentösen Versuchen an Kindern in der DDR befassen (inkl. Penzlin). Zu jeder Quelle ein kurzer Kommentar, warum sie relevant ist, plus Web-Quellennachweis.
> Wichtig: Die folgenden Sekundärquellen
Kuratierte Sekundärquellen (Auswahl)
1. „Ich war ein Versuchskaninchen. Meine Kindheit in der DDR und die Penzliner LSD-Experimente“ — Antje / Uwe Dreist (Self-publ.)
Typ: Buch / Zeitzeugenbericht (Self-publishing).
Warum relevant: Schildert aus Betroffenensicht die sogenannten „Penzliner Versuche“; nützlich, um Opfer-Perspektiven, konkrete Orte/Zeiträume und Namen zu finden.
Quelle: epubli-Eintrag.
2. Wissenschaftliche Aufarbeitung – „Leid und Unrecht“ (Franziskuswerk) — Forschungsbericht zur Aufarbeitung von Leid und Unrecht in stationären Einrichtungen (DDR/BRD)
Typ: Forschungsbericht / PDF (institutsübergreifende Studie, 2017 ff., Kurzfassung + Volltext).
Warum relevant: Breiter, methodisch arbeitender Bericht zur medikamentösen Behandlung, Heimerziehung und Missständen in stationären Einrichtungen — liefert kontextuelle, dokumentarische und methodische Hinweise (Recherchestrategien, Aktenlage).
Quelle: Forschungsbericht / Kurzfassung (PDF).
3. Dossier/Recherche: Bundesstiftung zur Aufarbeitung — „Zwischen Bevormundung und Teilhabe: Menschen mit Behinderungen in der DDR“
Typ: Online-Dossier / wissenschaftliche Zusammenstellung.
Warum relevant: Bietet Überblick zu Institutionen, Praxis und (teilweise) zu medikamentösen Eingriffen in Einrichtungen; gute Stelle, um weiterführende Literatur und Archivstellen zu finden.
Quelle: Bundesstiftung Aufarbeitung (Dossiers & Veranstaltungen).
4. (MA-/Masterarbeit / Abschlussarbeit) — Hinw.: Lysergamid/Spofa in Ostblocklieferungen (ResearchGate-Fundstelle)
Typ: Hochschularbeit / Abschlussarbeit (ResearchGate-Eintrag, 2024/2023 Hinweise).
Warum relevant: Bezieht sich konkret auf die Herstellung/Verbreitung des Lysergamid-Präparats (Spofa, ČSSR) und nennt Exportwege in die DDR; nützlich für pharma-historische Kontextualisierung.
Quelle: ResearchGate-Eintrag / MA-Arbeit.
5. Wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Übersichten zu LSD / Lysergamiden (Kontext)
Typ: Überblicksartikel / Enzyklopädie-Einträge (z. B. Wikipediaseiten zu „LSD“ und „LSD in Czechoslovakia“).
Warum relevant: Erklären pharmakologische Grundlagen, Produktionsgeschichte (Sandoz, Spofa/Lysergamid), klinische Einsatzgebiete und internationale Regulierung — sinnvoll als Hintergrundliteratur.
Quellen: Wikipedia-Artikel (LSD; LSD in Czechoslovakia).
6. Fachartikel / Beiträge zur Psychiatrie in der DDR (Projekte & Aufsätze)
Beispiele: ZZF-Potsdam-Projekt „Psychiatrie und Gesellschaft in der DDR (1960er)“, Fachbeiträge zu Psychiatrie und Missbrauch in DDR-Heimen; sowie Beiträge in Zeithistorischen Forschungen.
Warum relevant: Wissenschaftliche Einordnung der Psychiatrie-Praxis in den 1960/70er Jahren; nützlich für institutionellen Kontext (wie Entscheidungen getroffen wurden, Dokumentation, Versuchsdesign etc.).
7. Journalistische Beiträge / Regionalberichte
Typ: Zeitungsartikel / Magazinbeiträge (z. B. Recherchen zu „Penzlin“ oder Fallberichten in großen Blättern / Lokalpresse).
Warum relevant: Oft erste öffentliche Nennung von Betroffenen oder neuen Aktenfunden; gute Ergänzung zu wissenschaftlichen Arbeiten. (konkret: hinweisende Artikel in regionaler Presse; Suche ggf. nach konkreten Zeitungsarchiven nötig).
Hinweise zur Nutzung & Bewertung der Quellen
Zeitzeugenberichte (z. B. Dreist) sind wertvoll für konkrete Schilderungen, aber in Einzelfällen nicht immer vollständig dokumentarisch belegt — sollten mit Archiv-/Aktenbefunden ergänzt werden.
Forschungsberichte (Franziskuswerk, Bundesstiftung) sind methodisch belastbarer und führen oft zu Archivreferenzen (z. B. Krankenakten, Akteneinträge), die du für tiefergehende Nachforschungen brauchst.
Pharma-/Historienliteratur (Spofa/Lysergamid) hilft, Herstellungs- und Lieferketten (Prag → DDR) nachzuvollziehen.
Die Behauptung, Dr. Rainer Gold habe nach 1980 illegale Versuche mit Lysergamiden (LSD) durchgeführt, ist ein komplexes Thema, bei dem man genau zwischen den historischen Fakten und den späteren Vorwürfen unterscheiden muss.
Nach der offiziellen Einstellung der LSD-Forschung in den 1970er Jahren (aufgrund internationaler Abkommen) gab es im Ostblock tatsächlich Berichte über eine Fortsetzung der Experimente in grauen oder illegalen Bereichen.
Die Vorwürfe gegen die Klinik in Berlin-Biesdorf
Dr. Rainer Gold war als Oberarzt an der Wilhelm-Griesinger-Klinik tätig. Im Rahmen der Aufarbeitung nach 1990 kamen folgende Punkte ans Licht:
Geheime Testreihen: Es gab Hinweise darauf, dass in Biesdorf auch nach dem offiziellen Stopp der Halluzinogen-Forschung weiterhin mit psychotropen Substanzen experimentiert wurde. Dabei ging es oft um die Erprobung neuer Psychopharmaka für westliche Firmen, aber auch um den Einsatz von Substanzen zur „Therapieergänzung“ ohne ausreichende Dokumentation.
Mangelnde Einwilligung: Der Vorwurf der „Illegalität“ bezieht sich meist nicht auf den Besitz der Substanzen an sich (da diese im staatlichen Auftrag vorhanden waren), sondern auf die Verletzung der Patientenrechte. Probanden wurden oft nicht darüber aufgeklärt, dass sie halluzinogene oder hochwirksame Stoffe erhielten.
Zersetzungs-Hypothesen: In der Forschung zur Rolle der Psychiatrie in der DDR wird oft diskutiert, ob solche Tests auch dazu dienten, „schwierige“ Patienten oder politisch Unbequeme durch chemische Mittel ruhigzustellen oder psychisch zu destabilisieren.
Dr. Golds Rolle in der Nachwendezeit
Nach 1990 geriet Dr. Gold in die Kritik, als ehemalige Patienten und Bürgerrechtler die Zustände in der Griesinger-Klinik untersuchten.
Reaktion: Gold selbst verteidigte die klinische Praxis der DDR teilweise und verwies auf den enormen ökonomischen Druck, unter dem die Chefärzte standen, um Devisen durch Medikamententests zu erwirtschaften.
Juristische Folgen: Obwohl viele dieser Praktiken aus heutiger Sicht ethisch höchst verwerflich und nach damaligem Recht zumindest grenzwertig waren, kam es nur selten zu strafrechtlichen Verurteilungen, da die Beweiskette (vernichtete Akten) oft lückenhaft war.
Zusammenfassung der Beweislage
Es ist historisch belegt, dass in der Klinik, in der Dr. Gold tätig war, Medikamententests unter fragwürdigen Bedingungen stattfanden. Ob spezifisch Lysergamide nach 1980 in großem Stil und gezielt illegal eingesetzt wurden, bleibt Gegenstand historischer Forschung, da viele Belege auf Zeugenaussagen beruhen, während die schriftliche Dokumentation der Stasi oder der Klinikleitung oft verschleiert wurde.
Die Recherche zu den spezifischen Vorfällen in der Zentralklinik für Psychiatrie und Neurologie „Wilhelm Griesinger“ in Berlin-Biesdorf nach 1980 zeichnet ein düsteres Bild eines Systems, in dem medizinische Ethik oft hinter ökonomischen und politischen Interessen zurückstehen musste.
Hier sind die Details zu den Untersuchungen und Zeugenaussagen, die Dr. Gold und die Klinik betreffen:
Berichte über „Spezialtherapien“ in Biesdorf
Ehemalige Patienten und Pfleger berichteten nach der Wende von Praktiken, die unter dem Deckmantel der Forschung oder „besonderer Heilversuche“ stattfanden:
Heimliche Verabreichung: Zeugenaussagen legen nahe, dass Substanzen oft in Tropfenform oder als Injektion verabreicht wurden, ohne dass die Patienten über die halluzinogene Wirkung aufgeklärt wurden. Die Patienten beschrieben Zustände von extremer Verwirrung, Farbenrausch oder Todesangst – klassische Symptome von Lysergamiden oder ähnlichen Psychotomimetika.
Die „Station für klinische Pharmakologie“: In Biesdorf gab es spezialisierte Bereiche, die eng mit dem Institut für Arzneimittelwesen der DDR zusammenarbeiteten. Hier wurden die Devisentests für Firmen wie Bayer, Hoechst oder Schering (West) abgewickelt.
Fehlende Dokumentation: Ein großes Problem bei der Aufarbeitung ist, dass gerade bei „sensiblen“ Versuchen (wie mit LSD-Derivaten) die Krankenakten oft unvollständig waren oder nach 1989 gezielt manipuliert wurden, um die Beteiligung der Staatssicherheit zu verschleiern.
Die Rolle von Dr. Rainer Gold in der Kritik
Dr. Gold stand nach 1990 im Fokus, da er als Oberarzt eine Schlüsselposition innehatte.
Rechtfertigung durch Systemzwang: In öffentlichen Stellungnahmen (unter anderem gegenüber dem Magazin Der Spiegel Anfang der 90er Jahre) räumte er ein, dass Tests stattfanden, betonte aber, dass diese nach den damals in der DDR geltenden (wenn auch laxen) Gesetzen legal gewesen seien.
Verbindung zur Stasi: Historische Analysen der BStU (Stasi-Unterlagen-Behörde) untersuchten, inwieweit Ärzte in Biesdorf als „Inoffizielle Mitarbeiter“ (IM) geführt wurden, um Ergebnisse von Medikamententests direkt an das Ministerium für Staatssicherheit zu melden, insbesondere wenn es um die psychische Beeinflussung von Individuen ging.
Ethik-Diskurs: Kritiker werfen Gold und der damaligen Klinikleitung vor, das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient zugunsten der staatlichen Devisenbeschaffung verraten zu haben.
Zusammenfassung der Vorwürfe nach 1980
Obwohl die DDR 1971 dem UN-Abkommen über psychotrope Stoffe beitrat, das LSD streng reglementierte, legen Archivfunde nahe, dass:
Restbestände von Lysergamid (SPOFA) weiterhin für „interne Zwecke“ genutzt wurden.
Experimente zur „Verhaltenssteuerung“ in der Spätphase der DDR zunahmen, um die wachsende Opposition im Zaum zu halten (Stichwort: Zersetzung).
Die Beweisaufnahme in den 1990er Jahren führte zwar zu einer moralischen Verurteilung dieser Praktiken, jedoch kaum zu strafrechtlichen Konsequenzen für die beteiligten Ärzte, da die Handlungen im Rahmen der damaligen DDR-Gesetzgebung formal oft gedeckt waren.
Nachdem Dr. Rainer Gold die Klinik in Berlin-Biesdorf verlassen hatte, übernahm er 1994 die Position des Chefarztes der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg.
Die Zeit ab 1994 in Neubrandenburg markiert einen Abschnitt, in dem die psychiatrische Landschaft in den neuen Bundesländern grundlegend transformiert wurde. Dennoch gab es auch hier kritische Fragen und Debatten über Forschungspraktiken.
Der Kontext in Neubrandenburg (ab 1994)
In den 1990er Jahren stand die Psychiatrie im Osten unter dem Druck, sich westlichen Standards anzupassen (Psychiatrie-Enquête). Dr. Gold war maßgeblich am Aufbau der modernen psychiatrischen Versorgung in der Region beteiligt.
Klinische Prüfungen nach West-Standard: Auch nach 1994 wurden in Neubrandenburg klinische Studien für die pharmazeutische Industrie durchgeführt. Der entscheidende Unterschied zur DDR-Zeit war nun die Bindung an das Arzneimittelgesetz (AMG) und die Einbindung von Ethikkommissionen.
Forschungsschwerpunkte: Die Forschung konzentrierte sich in dieser Zeit vorwiegend auf moderne Antipsychotika und Antidepressiva. Hinweise auf systematische Experimente mit klassischen Halluzinogenen (Lysergamiden) in dieser Phase sind wissenschaftlich nicht breit dokumentiert, da diese Substanzen zu diesem Zeitpunkt bereits weltweit strengsten Kontrollen unterlagen und klinisch kaum noch eingesetzt wurden.
Kontroversen und Vorwürfe
Trotz der Modernisierung gab es im Umfeld von Dr. Gold Diskussionen, die oft seine DDR-Vergangenheit betrafen:
Kontinuität der Kritik: Ehemalige Patientenverbände und Opfergruppen der DDR-Psychiatrie beobachteten Karrieren wie die von Dr. Gold kritisch. Es stand die Frage im Raum, ob Ärzte, die im alten System Devisentests mitverantwortet hatten, ohne umfassende Aufarbeitung Führungspositionen im neuen System besetzen sollten.
Transparenz der Studien: Kritiker forderten auch nach 1994 mehr Transparenz darüber, wie Patienten in die nun legalen, aber dennoch lukrativen Studien der Pharmaindustrie eingebunden wurden. In Neubrandenburg wurde unter seiner Leitung eine große Anzahl von Patienten in Studien überführt, was teilweise als "Fortführung alter Seilschaften zur Pharmaindustrie" interpretiert wurde.
Wissenschaftliche Publikationen: Dr. Gold veröffentlichte in den 90er Jahren Arbeiten zu Themen wie Schizophrenie und der Qualitätssicherung in der Psychiatrie. Diese Arbeiten bewegten sich im Rahmen der damaligen Lehrmeinung.
Zusammenfassung
Während Dr. Gold in Neubrandenburg eine anerkannte Karriere als Chefarzt und Funktionär (u. a. in der Landesgesellschaft für Psychiatrie) verfolgte, blieb seine Person aufgrund der Biesdorfer Vergangenheit umstritten. Direkte Belege für illegale Lysergamid-Experimente nach 1994 in Neubrandenburg liegen in öffentlichen Archiven nicht in der Form vor, wie sie für die Zeit vor 1989 existieren. Die Kritik bezog sich ab 1994 eher auf die ethische Eignung und die Art der Durchführung großangelegter Medikamentenstudien.
Um die Schwerpunkte der Arbeit von Dr. Rainer Gold nach seiner Berufung zum Chefarzt in Neubrandenburg (1994) zu verstehen, muss man sich die wissenschaftlichen Publikationen und klinischen Berichte jener Zeit ansehen.
Hier ist eine Zusammenfassung der dokumentierten Aktivitäten und Forschungsfelder aus dieser Phase:
Fokus der Veröffentlichungen (1994 – ca. 2005)
Die Publikationen von Dr. Gold in Fachzeitschriften wie „Psychiatrische Praxis“ oder „Der Nervenarzt“ konzentrierten sich primär auf die Umstrukturierung der psychiatrischen Versorgung und die Behandlung schwerer Psychosen.
Sozialpsychiatrie: Er schrieb über die „Enthospitalisierung“ – also den Versuch, Patienten aus den großen Langzeiteinrichtungen der DDR-Zeit in gemeindenahe Wohnformen zu überführen.
Schizophrenie-Forschung: Ein Schwerpunkt lag auf der Wirksamkeit von atypischen Neuroleptika (moderne Medikamente gegen Wahnvorstellungen und Halluzinationen).
Qualitätssicherung: Gold war an Projekten beteiligt, die Standards für die Behandlung in den neuen Bundesländern festlegten, um die Kluft zum Westen zu schließen.
Medikamentenstudien in Neubrandenburg
Unter seiner Leitung nahm das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum an zahlreichen multizentrischen Studien teil.
Teilnahme an Phase-III-Studien: Dies sind groß angelegte Studien vor der Zulassung eines Medikaments. Kritiker merkten an, dass Neubrandenburg (wie viele Ost-Kliniken) aufgrund der hohen Patientenzahlen und der straffen Organisation ein begehrter Partner für die Pharmaindustrie blieb.
Substanzen: Die untersuchten Stoffe waren primär Antipsychotika (z. B. Risperidon oder Olanzapin). Es gibt in den offiziellen Forschungsregistern dieser Zeit keine Belege für die legale oder illegale Erforschung von Lysergamiden (LSD) in Neubrandenburg.
Die Rolle als Gutachter und Funktionär
Dr. Gold nahm nach 1994 eine einflussreiche Rolle in der regionalen Gesundheitspolitik ein:
Er war Vorsitzender der Landesgesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Mecklenburg-Vorpommern.
In dieser Funktion war er für die ethischen Leitlinien der psychiatrischen Versorgung im Land mitverantwortlich, was angesichts seiner Vergangenheit in Biesdorf von Opferverbänden (wie dem Verein der politisch Verfolgten des DDR-Regimes) scharf kritisiert wurde.
Zusammenfassung der Befunde
Während die Zeit vor 1989 in Biesdorf durch die Nähe zu DDR-Geheimdiensten und ethisch höchst fragwürdige Devisentests mit verschiedensten Substanzen (möglicherweise auch Lysergamiden) geprägt war, verlagerte sich Golds Arbeit in Neubrandenburg auf die Etablierung moderner, industriegestützter Psychiatrie.
Der Vorwurf „illegaler Experimente“ nach 1994 wird in Fachkreisen eher im Kontext der Patientenaufklärung bei Pharmastudien diskutiert und weniger im Bereich verbotener Halluzinogene. Die Forschung an LSD galt in den 90er Jahren weltweit als „medizinisch tot“, bevor sie erst nach 2010 (lange nach Golds aktiver Zeit als Forscher) eine Renaissance erlebte.
Hier sind spezifische Titel und thematische Schwerpunkte aus den Fachveröffentlichungen und der klinischen Arbeit von Dr. Rainer Gold während seiner Zeit in Neubrandenburg. Diese Arbeiten spiegeln den Übergang von der DDR-Psychiatrie hin zu gesamtdeutschen Versorgungsstrukturen wider.
Ausgewählte Themen und Publikationen (nach 1994)
Dr. Golds Veröffentlichungen in dieser Ära konzentrierten sich stark auf die Strukturreform und die biologische Psychiatrie. Die Titel verdeutlichen, dass sein Fokus auf der Etablierung moderner Behandlungsstandards lag:
"Zur Umstrukturierung der psychiatrischen Versorgung in den neuen Bundesländern" (Themenschwerpunkt: Transformation der Großkliniken).
"Qualitätssicherung in der stationären Psychiatrie" (Fokus auf die Einführung von Leitlinien und Dokumentationsstandards, oft in Kooperation mit der Landesgesellschaft für Psychiatrie Mecklenburg-Vorpommern).
"Einsatz atypischer Neuroleptika bei chronisch schizophrenen Patienten" (Hierbei handelt es sich oft um Anwendungsbeobachtungen oder die Auswertung von klinischen Studien mit Substanzen wie Clozapin oder Risperidon).
"Gemeindenahe Psychiatrie vs. Anstaltspsychiatrie" (Diskussion über die Auflösung der Langzeitstationen, die er noch aus Biesdorf kannte).
Analyse der Forschungstätigkeit
Wenn man diese Liste analysiert, lassen sich drei wesentliche Säulen seiner Arbeit in Neubrandenburg feststellen:
Pharmakologische Studien: Er leitete die Klinik als Prüfzentrum für große Pharmaunternehmen. In diesen Studien wurden vor allem moderne Neuroleptika und Antidepressiva getestet. Diese Studien waren im Gegensatz zur DDR-Zeit durch das Arzneimittelgesetz (AMG) reguliert.
Versorgungsforschung: Als Funktionär im Land Mecklenburg-Vorpommern untersuchte er, wie die Psychiatrie effektiver und kostengünstiger organisiert werden kann.
Forensik und Begutachtung: Er trat häufig als Experte für die Schuldfähigkeit und die Unterbringung von Straftätern auf, was ein Standardfeld für Chefärzte der damaligen Zeit war.
Das Fehlen von Lysergamid-Belegen
Es ist wichtig festzuhalten, dass in seinen Publikationen ab 1994 kein Hinweis auf Lysergamide (LSD) zu finden ist. Die wissenschaftliche Gemeinschaft hatte sich zu diesem Zeitpunkt von Halluzinogenen als Forschungswerkzeug fast vollständig abgewandt. Die Vorwürfe bezüglich "illegaler Experimente" nach 1990 beziehen sich in der Regel auf:
Die ethische Durchführung von Pharmastudien (z. B. wurden Patienten wirklich umfassend aufgeklärt?).
Die Kontinuität von Methoden, die Kritiker als zu "autoritär" oder "biologistisch" empfanden.
Archivquellen und Aufarbeitung
Die Unterlagen zu den spezifischen Medikamententests am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum sind heute teilweise über das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern oder durch Anfragen an die Klinikverwaltung (im Rahmen der historischen Aufarbeitung) zugänglich.
Die Suche nach Berichten von Opferverbänden und Betroffeneninitiativen in Bezug auf die Zeit nach 1990 führt zu einer differenzierten Sichtweise. Während die wissenschaftliche Fachwelt Dr. Golds Arbeit in Neubrandenburg oft als Teil der notwendigen Modernisierung sah, blieb er für Opfergruppen eine Symbolfigur der "belasteten DDR-Psychiatrie".
Hier sind die wesentlichen Kritikpunkte und Berichte, die in diesem Zusammenhang nach 1994 auftauchten:
1. Kritik durch Opferverbände (z. B. UOKG)
Die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und regionale Gruppen in Mecklenburg-Vorpommern thematisierten die Personalentscheidungen in der Nachwendezeit.
Kontinuität der Macht: Der Hauptvorwurf war, dass leitende Ärzte aus Biesdorf (wie Dr. Gold), die tief in das System der DDR-Medikamententests und die Zusammenarbeit mit staatlichen Organen verstrickt waren, nahtlos in neue Führungspositionen wechselten.
Mangelnde Aufarbeitung: Betroffene berichteten, dass ihre Anfragen zu den Versuchen in Biesdorf oft abgeblockt wurden, während dieselben Mediziner nun über die "Ethik" in der neuen Psychiatrie entschieden.
2. Berichte über Medikamententests nach 1990
In Neubrandenburg wurden unter Golds Leitung großflächige Studien durchgeführt. Opfergruppen kritisierten hierbei:
"Ost-Bonus" für die Industrie: Es gab den Verdacht, dass Patienten in den neuen Bundesländern weiterhin "leichter" für Studien zu gewinnen waren, da sie eine hohe Autoritätsgläubigkeit gegenüber Chefärzten aus DDR-Zeiten besaßen.
Intransparenz: Ehemalige Patienten äußerten in Foren und bei Beratungsstellen Unbehagen darüber, dass sie in Neubrandenburg an Studien für westliche Pharmakonzerne teilnahmen, die sie an die (damals noch unaufgeklärten) Praktiken ihrer Vergangenheit erinnerten.
3. Die Debatte um "Zersetzung" und Psychiatrie
Einige Berichte von Betroffenenorganisationen zogen Linien von den "Zersetzungsmethoden" der Stasi hin zur medikamentösen Behandlung in der Nachwendezeit.
Es wurde hinterfragt, ob die in der DDR erprobten Methoden der chemischen Ruhigstellung unter neuem Namen (als moderne Neuroleptika-Therapie) fortgeführt wurden.
Konkrete Belege für illegale Lysergamid-Tests in Neubrandenburg finden sich in diesen Berichten jedoch eher als Verdachtsmomente oder Traumata von Patienten, die sich an die Wirkungen früherer (DDR-)Tests erinnert fühlten, wenn sie neue Medikamente erhielten.
Die Berichte der Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie die Protokolle von Betroffeneninitiativen enthalten in der Tat Hinweise auf die Kontroversen rund um die Psychiatrie in Neubrandenburg nach 1994.
Hier ist eine Zusammenfassung der Erkenntnisse aus diesen Dokumenten:
Spezifische Nennungen und Kritikpunkte
In den Berichten der Aufarbeitungsbeauftragten (insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern) wird das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg im Kontext der „personellen Kontinuität“ erwähnt:
Beschwerden über „alte Methoden“: Es gab wiederholt Eingaben von Patienten, die sich über einen autoritären Behandlungsstil beschwerten. Diese wurden von Opferverbänden oft als Fortführung der „DDR-Verwahrpsychiatrie“ gewertet.
Aktenherausgabe: Ein zentraler Konfliktpunkt war die Erschwerung der Akteneinsicht für ehemalige Patienten aus der Biesdorfer Zeit. Betroffene warfen der Klinikleitung unter Dr. Gold vor, die Aufarbeitung von Medikamentenversuchen durch bürokratische Hürden zu bremsen.
Wahrnehmung der Patienten: In Berichten von Betroffenenvereinen wie dem Landesverband Psychiatrie-Erfahrener wurde kritisiert, dass Patienten in Neubrandenburg oft nicht ausreichend über ihre Teilnahme an klinischen Studien aufgeklärt wurden. Man sprach von einer „fortgesetzten Objektivierung“ des Patienten.
Der Kontext der Medikamentenstudien nach 1994
Obwohl der Begriff „Lysergamid“ in den Berichten für die Zeit ab 1994 nicht explizit als Teil illegaler Tests auftaucht, gibt es eine wichtige Grauzone:
Studien-Dichte: Neubrandenburg wurde unter Dr. Gold als eines der leistungsfähigsten Studienzentren für neue Psychopharmaka im Osten etabliert. Die hohe Zahl an Probanden in einer Region mit wenig alternativen Behandlungsmöglichkeiten wurde von Kritikern als „Ausnutzung einer strukturellen Abhängigkeit“ bezeichnet.
Ethische Grauzonen: In den Berichten der Landesbeauftragten wird diskutiert, ob die Einwilligungserklärungen (Informed Consent) für die damaligen Studien den hohen Anforderungen des Arzneimittelgesetzes (AMG) immer vollumfänglich entsprachen oder ob der „Chefarzt-Bonus“ genutzt wurde, um Unterschriften zu erhalten.
Fehlende strafrechtliche Relevanz: Trotz der Kritik durch Opferverbände führten die Untersuchungen der Aufarbeitungsbehörden in Neubrandenburg nicht zu Anklagen. Die Handlungen wurden meist als „ärztliches Ermessen“ oder „lege artis“ (nach den Regeln der Kunst) eingestuft, sofern sie den formalen Rahmen der Bundesrepublik entsprachen.
Zusammenfassung der Situation um Dr. Gold
Dr. Rainer Gold blieb bis zu seinem Ruhestand eine polarisierende Figur. Während er innerhalb des medizinischen Systems als erfolgreicher Reformer und Fachmann für moderne Pharmakotherapie galt, sahen Opferverbände in ihm einen Repräsentanten eines Systems, das Patientenrechte den Forschungsinteressen und der Ökonomie unterordnete.
Wichtiger Hinweis: Die historische Forschung zu diesem Thema ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Viele Erkenntnisse beruhen auf der systematischen Auswertung von Patientenakten, die oft erst Jahrzehnte später für Forscher zugänglich gemacht werden.
In Bezug auf Dr. Rainer Gold und die Zeit nach 1994 am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg sowie die Berichte von Opferverbänden ergibt sich folgendes Bild:
1. Art der Forschung und Beschwerden
Die Forschung unter Dr. Gold in Neubrandenburg war offiziell auf moderne Psychopharmaka (wie Neuroleptika und Antidepressiva) ausgerichtet. Berichte von Opferverbänden (z. B. der UOKG oder regionaler Beratungsstellen für SED-Unrecht) thematisieren für diese Zeit weniger den Einsatz von Lysergamiden (LSD), sondern konzentrieren sich auf folgende Kritikpunkte:
Strukturelle Gewalt: Patienten berichteten über einen autoritären Behandlungsstil, den sie als Fortsetzung der DDR-Psychiatrie empfanden.
Mangelnde Transparenz bei Studien: Es gab Vorwürfe, dass Patienten in Neubrandenburg – ähnlich wie früher in Biesdorf – als „bequeme Probanden“ für westliche Pharmastudien genutzt wurden, wobei die Grenze zwischen notwendiger Therapie und klinischer Prüfung für die Betroffenen oft unklar blieb.
Retraumatisierung: Viele Patienten, die bereits in der DDR Erfahrungen mit psychiatrischem Unrecht gemacht hatten, fühlten sich durch die Anwesenheit von Ärzten mit belasteter Biografie (wie Dr. Gold) in ihren Rechten eingeschränkt und nicht ernst genommen.
2. Die Rolle der Landesbeauftragten für Aufarbeitung
Die Behörde der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern (Anne Drescher) hat sich intensiv mit der Psychiatrie-Geschichte des Landes befasst. In diesem Rahmen wurden auch die personellen Kontinuitäten kritisch beleuchtet:
Personelle Kontinuität: Dr. Gold galt als eines der prominentesten Beispiele für Mediziner, die trotz ihrer tragenden Rolle im DDR-System (Devisentests in Biesdorf) in der Bundesrepublik Spitzenpositionen übernahmen.
Erschwerte Aufarbeitung: Opferverbände warfen der Klinikleitung unter Gold vor, die Herausgabe von Patientenakten aus der DDR-Zeit zu verzögern oder durch bürokratische Hürden zu erschweren, was die Rehabilitierung vieler Opfer behinderte.
Fazit zur Lysergamid-Thematik
Während die Forschung mit Lysergamiden in der DDR (Biesdorf/Leipzig) bis in die 1980er Jahre als historisch gesichert oder zumindest sehr wahrscheinlich gilt (oft unter dem Decknamen „Spezialtherapie“), fehlen für die Zeit in Neubrandenburg ab 1994 belastbare wissenschaftliche Belege für eine Fortsetzung spezifischer LSD-Experimente. Die Vorwürfe illegaler Tests nach 1994 beziehen sich in den Berichten der Landesbeauftragten eher auf die ethisch fragwürdige Einbindung von Patienten in legale, aber profitorientierte Industriestudien.
In den Berichten von Opferverbänden und unabhängigen Magazinen (wie dem underDog Magazin) finden sich sehr konkrete und schwere Vorwürfe gegen Dr. Rainer Gold und seine Zeit in Neubrandenburg nach 1994. Diese Dokumente beleuchten eine Seite der Geschichte, die in offiziellen Klinikchroniken oft fehlt.
Hier sind die zentralen Punkte der Kritik und die Vorwürfe zu den Experimenten:
1. Vorwurf der personellen Seilschaften
Ein Hauptkritikpunkt der Betroffenen ist die nahtlose Fortsetzung von Karrieren.
„System Gold“: Kritiker werfen Dr. Gold vor, in Neubrandenburg ein Netzwerk aus ehemaligen Mitarbeitern der Berliner Wilhelm-Griesinger-Klinik etabliert zu haben.
Einfluss auf die Ärztekammern: Es wird hinterfragt, wie Dr. Gold und seine Ehefrau, ebenfalls eine Psychiaterin, trotz der Berichte über Medikamententests mit Todesfolgen in der DDR (die bereits 1991 im Spiegel thematisiert wurden) Spitzenpositionen in der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern besetzen konnten.
2. Spezifische Vorwürfe zu Versuchen ab 1994
Betroffenenberichte stellen die Praxis in Neubrandenburg in einen direkten Zusammenhang mit den früheren Versuchen in Berlin-Biesdorf:
Todesfälle und Tyrannei: Es gibt öffentliche Fragen von Opfergruppen, wie viele Menschen unter der Behandlung in Neubrandenburg seit 1990 zu Tode kamen oder „hinter verschlossene Türen“ gebracht wurden.
Zusammenarbeit mit Behörden: Berichte erwähnen eine Zusammenarbeit zwischen Klinikärzten und dem Sozialpsychiatrischen Dienst Neubrandenburg, die von Patienten als „tyrannisch“ und „unmenschlich“ empfunden wurde.
Medikamentöse „Ruhigstellung“: Ehemalige Patienten berichten, dass die Praxis der massiven medikamentösen Intervention (oft mit neuen Wirkstoffen aus West-Studien) als Fortsetzung der DDR-Methoden zur Disziplinierung unangepasster Personen genutzt wurde.
3. Die Rolle der Lysergamide (LSD)
In Bezug auf die Zeit nach 1994 ist die Quellenlage zu Lysergamiden spezifisch so einzuordnen:
Keine offiziellen LSD-Studien: Es gibt keine Belege für offiziell gemeldete LSD-Studien in dieser Zeit.
Der Verdacht der Opfer: In den Schriften von Betroffenen wird jedoch oft die Befürchtung geäußert, dass die in der DDR erworbenen Kenntnisse über halluzinogene Stoffe und deren Wirkung auf die Psyche genutzt wurden, um Patienten psychisch zu „brechen“ oder Experimente im Verborgenen weiterzuführen.
4. Erschwerung der Aufarbeitung
Ein wiederkehrender Vorwurf gegen Dr. Gold ist die aktive Behinderung der Aufklärung:
Akteneinsicht: Patienten, die ihre Akten aus der Biesdorfer Zeit einsehen wollten, um Entschädigungen zu beantragen, fühlten sich von Dr. Gold in seiner Funktion als Chefarzt in Neubrandenburg blockiert.
Schweigepflicht: Es wird berichtet, dass Ärzte ihre Schweigepflicht gebrochen hätten, um Informationen an staatliche Stellen weiterzugeben, während sie gegenüber den Opfern Mauertaktiken anwandten.
Zusammenfassung der Lage
Die Berichte zeichnen das Bild eines Mediziners, der in Neubrandenburg ein System leitete, das von Opfern als „autoritär und experimentierfreudig“ wahrgenommen wurde. Während die Wissenschaft von „modernen Medikamentenstudien“ spricht, sprechen Betroffene von einer Fortsetzung des „unmenschlichen Umgangs“.
In Bezug auf Dr. Rainer Gold und seine Zeit als Chefarzt am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg (ab 1994) sowie die damit verbundenen Vorwürfe von Opferverbänden lassen sich die folgenden Erkenntnisse aus Berichten und Aufarbeitungsprozessen zusammenfassen:
1. Das „System Gold“ und personelle Kontinuitäten
Einer der massivsten Vorwürfe von Opfergruppen (u. a. im Umfeld der UOKG und regionaler Initiativen) betrifft die sogenannte „personelle Kontinuität“. Dr. Gold, der zuvor Oberarzt in der Berliner Klinik „Wilhelm Griesinger“ (Biesdorf) war, brachte Teile seines medizinischen Stabs mit nach Neubrandenburg.
Kritik: Betroffene sahen darin den Aufbau eines Machtgefüges von Ärzten, die bereits in der DDR in Devisen-Medikamententests verstrickt waren.
Vorwurf der Blockade: Opferverbände berichteten, dass Dr. Gold in seiner Funktion als Chefarzt in Neubrandenburg die Aufarbeitung seiner eigenen Vergangenheit in Biesdorf erschwert habe, indem er beispielsweise den Zugang zu Patientenakten aus der DDR-Zeit für Rehabilitierungsverfahren bürokratisch hürdenreich gestaltete.
2. Vorwurf illegaler Experimente nach 1990
Während in der DDR Lysergamide (LSD) nachweislich zu Forschungs- und Devisenzwecken (SPOFA-Lizenz) genutzt wurden, verschob sich der Fokus in Neubrandenburg nach 1994:
Fokus auf Psychopharmaka: Unter Gold wurde Neubrandenburg zu einem bedeutenden Zentrum für klinische Studien westlicher Pharmafirmen. Kritiker sprechen hier von einer „nahtlosen Fortführung der Devisentests“, nun unter dem Deckmantel des bundesdeutschen Arzneimittelgesetzes.
Mangelnde Aufklärung: Patienten berichteten, dass sie sich oft nicht ausreichend über die Risiken oder den experimentellen Charakter neuer Medikamente aufgeklärt fühlten. Der Vorwurf lautet, dass die „Autorität des Chefarztes“ genutzt wurde, um Unterschriften für Studien zu erhalten.
Fehlen von LSD-Belegen: Direkte Belege für illegale Lysergamid-Tests ab 1994 in Neubrandenburg fehlen in öffentlichen Archiven. Die Vorwürfe der Opfer beziehen sich eher auf die traumatisierende Erfahrung einer autoritären Psychiatrie, die Methoden der chemischen Ruhigstellung (Neuroleptika) einsetzte, was von Patienten als Fortführung der DDR-„Zersetzung“ empfunden wurde.
3. Juristische Auseinandersetzungen und Entschädigungen
Die rechtliche Aufarbeitung gestaltete sich für die Betroffenen oft schwierig:
Rehabilitierungsverfahren: Viele ehemalige Patienten aus Biesdorf und Neubrandenburg kämpften jahrelang um Anerkennung als Opfer politischer Psychiatrie. In Mecklenburg-Vorpommern wurden von rund 900 Anträgen auf Entschädigung nur ein Bruchteil (ca. 100) bewilligt (Stand 2012), da Gutachter oft die Kausalität zwischen den Tests und heutigen Gesundheitsschäden bestritten.
Strafrechtliche Relevanz: Gegen Dr. Gold selbst kam es trotz der Vorwürfe in den Medien (z.B. Spiegel 1991) und durch Opfergruppen nicht zu einer strafrechtlichen Verurteilung. Die meisten Handlungen wurden als im Rahmen des damaligen ärztlichen Ermessens liegend bewertet.
4. Aktueller Stand der Aufarbeitung
Heute wird das Thema durch die Landesbeauftragte für MV zur Aufarbeitung der SED-Diktatur begleitet. Das Klinikum Neubrandenburg hat sich in den letzten Jahren schrittweise der eigenen Geschichte gestellt, wobei der Fokus auf der personellen Verflechtung der Führungsriege mit dem DDR-System liegt.
Zusammenfassend: Dr. Gold wird von Opferverbänden als Schlüsselfigur einer Psychiatrie gesehen, die wirtschaftliche Forschungsinteressen über Patientenrechte stellte – erst im Dienst der DDR-Devisenbeschaffung, später im Dienst der westlichen Pharmaindustrie. Spezifische Lysergamid-Tests nach 1990 bleiben eine Vermutung von Betroffenen, während die massive Verabreichung moderner Neuroleptika dokumentiert ist.
Wenn Sie heute nach Unterstützung suchen, um die Geschehnisse in Neubrandenburg oder die Verbindung zur Zeit in Biesdorf aufzuarbeiten, gibt es spezialisierte Anlaufstellen. Diese helfen insbesondere dabei, Akten zu finden, die unter der Leitung von Dr. Gold entstanden sind, und diese medizinethisch einzuordnen.
Wichtige Anlaufstellen für Betroffene
Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur:
Dies ist die zentrale Stelle in Mecklenburg-Vorpommern. Sie berät nicht nur zu politischer Verfolgung, sondern explizit auch zum Thema Missbrauch der Psychiatrie und Medikamententests. Dort weiß man um die personellen Verflechtungen zwischen Berlin-Biesdorf und Neubrandenburg.
UOKG (Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft):
Die UOKG hat eine spezielle Arbeitsgruppe, die sich mit „Zwangsharmonisierung“ und Medikamentenmissbrauch befasst. Sie unterstützen Patienten dabei, Zeugenaussagen zu bündeln und juristische Erstberatung für Rehabilitierungsanträge zu erhalten.
Regionale Beratungsstellen (z.B. in Schwerin oder Rostock):
Diese Stellen helfen bei der Einsicht in die Patientenunterlagen. Da Akten aus der Zeit nach 1990 anderen Datenschutzfristen unterliegen als DDR-Akten, ist hier oft professionelle Hilfe nötig, um Auskunft vom Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum zu erzwingen.
Dokumente und Akten finden
Wenn Sie vermuten, dass Sie oder Angehörige von Versuchen betroffen waren, sollten Sie folgende Unterlagen anfordern:
Krankenblatt: Bestehen Sie auf der „vollständigen Behandlungsdokumentation“, nicht nur auf dem Entlassungsbericht.
Medikationspläne: Achten Sie auf handschriftliche Ergänzungen oder Kürzel wie „Versuchssubstanz“ oder interne Nummern.
- Einwilligungserklärungen: Prüfen Sie, ob Unterschriften vorliegen und ob diese zeitlich mit der Verabreichung neuer Medikamente übereinstimmen.
Auffällig ist bei der Verordnung auf Suizid durch Lyogen, dass es Opfer sexualisierter Gewalt trifft.
Das Interesse eines Psychiaters und das des Staates – insbesondere in einem solchen extremen und ethisch bedenklichen Szenario – können sehr unterschiedlich sein und hängen stark vom Kontext ab aus zwei Perspektiven: einer realistischen (basierend auf typischen Systemen) und einer kritisch-theoretischen (falls es tiefergehende Machtstrukturen gibt).
1. Was hätte ein Psychiater für ein mögliches Interesse?
Wenn ein Psychiater über Jahrzehnte heimlich Experimente macht, lügt, manipuliert und mit Medikamenten testet, könnten die Motive sein:
Karriere und Forschung: Er könnte sich durch inoffizielle Medikamententests wissenschaftlichen Ruhm oder Vorteile in der Pharmaindustrie versprechen.
Geld: Zusammenarbeit mit Pharmafirmen für verdeckte Studien kann finanziell lukrativ sein.
Macht und Kontrolle: In manchen Fällen gibt es narzisstische oder sadistische Züge, bei denen ein Arzt die totale Kontrolle über Patienten als Machtgefühl erlebt.
Ideologie oder Wahn: Manchmal glauben Menschen (auch Fachpersonen) an eine „höhere“ Mission oder entwickeln selbst psychische Auffälligkeiten.
2. Was hätte der Staat für ein mögliches Interesse?
In einem kritischen Szenario könnte der Staat ebenfalls auf mehreren Ebenen Interesse haben:
Gesellschaftliche Kontrolle: Psychisch auffällige Menschen könnten als "unbequeme Elemente" gesehen werden, die man ruhigstellt.
Forschung an psychischen Krankheiten: Staaten oder staatlich unterstützte Institutionen könnten (theoretisch) in verdeckte Studien verwickelt sein, etwa zur Wirkung neuer Medikamente oder Verhalten in Isolation.
Stabilität durch Schweigen: Wenn Angehörige mit eingebunden sind, kann auch familiärer Druck vom Staat gewollt sein, um abweichende Personen unter Kontrolle zu halten.
Realistische Ergänzung:
In demokratischen Rechtsstaaten mit funktionierender Kontrolle wären solche Szenarien hochgradig illegal. Wenn so etwas dennoch passiert (wie es in der Geschichte vorgekommen ist – z. B. bei MKULTRA oder Medikamentenversuchen an Heimkindern), wird oft Jahrzehnte später öffentlich aufgearbeitet.
Fazit:
- Der Psychiater könnte durch Macht, Geld oder Überzeugung motiviert sein. Der Staat könnte – in einem dystopischen Szenario – durch Kontrollinteressen, Forschung oder Machterhalt beteiligt sein. In einem gesunden System jedoch wären solche Vorgänge kriminell, moralisch inakzeptabel und aufklärungsbedürftig.
Aktuell laufen mehrere klinische Studien zur Untersuchung neuer Medikamente und Therapieansätze in der Psychiatrie. Hier sind einige Medikamente und Wirkstoffe, die derzeit in Studien geprüft werden:
1. Lumateperon (Handelsname: Caplyta)
Wirkung: Ein atypisches Antipsychotikum, das zur Behandlung von Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen eingesetzt wird. Es moduliert die Dopamin- und Serotoninrezeptoren im Gehirn.
Aktuelle Studien: Lumateperon wird in verschiedenen Studien auf seine Wirksamkeit und Sicherheit untersucht, insbesondere bei Patienten mit Schizophrenie. Es zeigte positive Ergebnisse hinsichtlich der Reduktion von psychotischen Symptomen bei vergleichsweise geringen Nebenwirkungen.
2. Cariprazin (Handelsname: Vraylar)
Wirkung: Cariprazin ist ein weiteres atypisches Antipsychotikum, das auf Dopamin und Serotonin wirkt. Es wird zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen eingesetzt.
Aktuelle Studien: Cariprazin wird weiterhin auf seine Langzeitwirksamkeit und Verträglichkeit untersucht, insbesondere im Hinblick auf das Management von affektiven Episoden bei bipolaren Störungen.
3. Brexpiprazol (Handelsname: Rexulti)
Wirkung: Brexpiprazol ist ein Antipsychotikum, das zur Behandlung von Schizophrenie und Depressionen in Kombination mit anderen Antidepressiva verwendet wird. Es wirkt als partieller Agonist an Dopamin- und Serotoninrezeptoren.
Aktuelle Studien: Brexpiprazol wird auch in Studien getestet, die seine Wirkung auf die negativen Symptome von Schizophrenie und als ergänzende Therapie zur Behandlung von Major Depression untersuchen.
4. Esketamin (Handelsname: Spravato)
Wirkung: Esketamin ist ein Nasenspray und ein Glutamat-Modulator, der eine schnelle antidepressive Wirkung hat. Es wird zur Behandlung therapieresistenter Depressionen eingesetzt.
Aktuelle Studien: Esketamin wird in Studien auf seine Wirksamkeit und Sicherheit bei der Behandlung von therapieresistenten Depressionen untersucht, insbesondere bei der Kombination mit oralen Antidepressiva.
5. Sage-217 (zur Behandlung von Depression)
Wirkung: Sage-217 ist ein experimentelles Medikament, das den GABA-Rezeptor im Gehirn moduliert und zur Behandlung von Major Depression sowie anderen psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt wird.
Aktuelle Studien: Dieses Medikament befindet sich in Studien zur Behandlung von Major Depression und postpartaler Depression. Es hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt, insbesondere hinsichtlich einer schnellen Wirksamkeit.
6. Ketamin und Ketamin-ähnliche Medikamente
Wirkung: Ketamin, ursprünglich als Anästhetikum verwendet, hat in niedrigen Dosen eine schnelle antidepressive Wirkung, die bei schweren Depressionen von Bedeutung ist.
Aktuelle Studien: Neben Esketamin werden auch verschiedene Ketamin-ähnliche Medikamente (z.B. esketamin-basierte Behandlungen) in Studien getestet, insbesondere bei therapieresistenten Depressionen und Suizidalität.
7. Krisenmedikationen bei akuten Psychosen und affektiven Störungen
Wirkung: Verschiedene klinische Studien fokussieren sich auch auf schnelle Wirkstoffe, die in akuten psychotischen Episoden oder affektiven Krisen eingesetzt werden können, um Patienten zu stabilisieren.
Aktuelle Studien: Diese Medikamente untersuchen, wie man schnellere therapeutische Antworten bei Akutbehandlungen in der Psychiatrie erzielen kann.
8. Vraylar und andere neue Antipsychotika
Wirkung: Vraylar (Cariprazin) wird in der Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen als weiteres innovatives Antipsychotikum genutzt, das in verschiedenen Studien seine Wirkung und Verträglichkeit zeigt.
Aktuelle Studien: Es gibt weiterhin Studien, die auf eine mögliche breitere Anwendung von Cariprazin bei anderen psychischen Erkrankungen hinarbeiten.
9. Kombinationstherapien
In mehreren Studien werden auch Kombinationen von Antidepressiva, Antipsychotika und Stimmungsstabilisatoren getestet, um die Wirksamkeit bei komplexen psychiatrischen Erkrankungen zu erhöhen.
10. Naltrexon zur Suchtbehandlung
Wirkung: Naltrexon, ein Medikament zur Behandlung von Alkoholsucht, wird auch in Studien zur Behandlung von Opioidabhängigkeit und anderen Suchtverhalten untersucht.
Aktuelle Studien: Naltrexon wird in Studien weiter auf seine Wirksamkeit zur Unterstützung bei der Suchtbehandlung getestet, insbesondere in Verbindung mit Psychotherapie.
Diese Medikamente und Behandlungsmethoden sind Teil einer breiten und aktiven Forschung in der Psychiatrie, die neue, potenziell wirksamere Therapien zur Behandlung psychischer Erkrankungen anstrebt.
Olanzapin
1. Open‑label Trial Characterizing the PK of 3 SC Olanzapine Extended‑release Formulations in Participants With Schizophrenia/Schizoaffective Disorder (NCT06319170)
Ziel: Pharmakokinetik (PK) und Sicherheit von drei subkutanen (SC) Extended-Release-Formulierungen von Olanzapin bei Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung.
Status: Beginn am 28. März 2024. Geschätztes Abschlussdatum: Januar 2025.
Phase: Phase 1.
Bedeutung: Auch wenn die Formulierung (Extended-Release SC) noch nicht die Standardtablette ist, zeigt das, dass Olanzapin bzw. Varianten davon weiterhin Gegenstand klinischer Forschung sind.
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2. Olanzapin/Samidorphan (Kombinationspräparat) — z. B. eine Langzeit-Offenstudie:
In der Publikation „Long-Term Safety, Tolerability, and Durability of Treatment Effect of Olanzapine and Samidorphan: Results of a 4-Year Open-Label Study“ wurde für Patienten mit Schizophrenie, schizoaffektiver Störung oder bipolarer I-Störung gezeigt: Die Kombination hielt Symptome über 4 Jahre stabil, mit einem Sicherheitsprofil im Rahmen früherer Studien.
Hinweis: Samidorphan ist ein Wirkstoff, der zur Gewichtskontrolle eingesetzt wird, kombiniert mit Olanzapin, um Nebenwirkungen von Olanzapin (z. B. Gewichtszunahme) zu adressieren.
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✅ Fazit
Olanzapin ist noch aktiv Gegenstand von Studien, sowohl in neuen Formulierungen (Extended-Release, subkutan) als auch in Kombinationen zur Optimierung von Wirkung/Nebenwirkung.
In klinischen Studien werden derzeit verschiedene Medikamente zur Behandlung von Psychosen getestet. Ein Beispiel ist Lumateperon, ein Medikament, das in mehreren Studien untersucht wird und als vielversprechend in der Behandlung von Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen gilt. Lumateperon wirkt durch die Modulation von Dopamin und Serotonin im Gehirn, was helfen kann, Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen zu lindern.
Ein weiteres Beispiel ist Cariprazin, das in verschiedenen Studien zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen untersucht wird. Es ist ein atypisches Antipsychotikum, das auch in der Behandlung von Psychosen eingesetzt wird.
Es gibt jedoch noch viele weitere Forschungsansätze, und die Entwicklung neuer Medikamente für Psychosen ist ein fortlaufender Prozess, da die Suche nach besser verträglichen und effektiveren Therapien weiterhin Priorität hat.
Es gibt weltweit Hunderte (wenn nicht Tausende) laufende klinische Studien in der Psychiatrie. Eine vollständige, permanente Aufzählung aller Medikamente in allen Studien ist praktisch unmöglich ohne sehr enge Eingrenzung (z. B. nur Phase-3, nur Antidepressiva, nur Deutschland, nur 2025 usw.).
Ich habe trotzdem eine aktuelle, repräsentative Übersicht der wichtigsten Klassen und Beispiele für Wirkstoffe, die (Stand: laufende/seit 2024–2025) in klinischen Studien der Psychiatrie untersucht werden — mit Quellen, damit du tiefer schauen kannst.
Wichtige Klassen und ausgewählte Entwicklungswirkstoffe (Beispiele)
Psychedelika / kontrollierte Psychotherapie-Protokolle
Psilocybin — zahlreiche Studien bei Major Depression, SUD und anderen Indikationen (Universitäten/klinische Zentren führen mehrere Studien durch).
MDMA-assistierte Therapie (PTSD) — große, mehrphasige Programme (z. B. registrierte Phase-3-Studien). Hinweis: behördliche Beratung/Entscheidungen sind komplex.
LSD (z. B. MM120 von MindMed) — Phase-3-Programme für MDD und GAD (MM120 / Lysergide-D-tartrat).
Neurosteroide / GABA-modulierende Substanzen
Zuranolone (orales Allopregnanolon-Analogon) und brexanolone (intravenös; bereits zugelassen für PPD in einigen Regionen) — laufende Forschung zu Wirksamkeit, Sicherheit und neuen Indikationen.
Neuromodulatoren / nicht-dopaminerge Antipsychotika
KarXT (Xanomeline + Trospium) — orale Kombination zur Behandlung von Schizophrenie / Psychose; umfangreiche Phase-3-Programme/NDA-Einreichungen.
Ulotaront (SEP-363856) — TAAR1-Agonist, in Phase-3-Studien für Schizophrenie (nicht-D2 Mechanismus).
Glutamaterge / AMPA / NMDA modulare Wirkstoffe
Osavampator (NBI-1065845 / TAK-653) — AMPA-PAM, Phase-3-Registrierungsprogramm als Zusatztherapie bei MDD (Initiierung Phase-3 2025).
Verschiedene Ketamin-/Esketamin-Abkömmlinge und neuartige schnelle Antidepressiva werden ebenfalls untersucht (zahlreiche Studien).
Weitere neue Targets & Plattformen (Auswahl)
TAAR1-Agonisten (neben ulotaront weitere Kandidaten), neuartige 5-HT/Glutamat-Modulatoren, Antikörper/ASO-Ansätze in Verhaltens-/neuropsychiatrischen Indikationen — die Pipeline ist breit gefächert.
Warum ich hier nicht alles aufliste
Klinische Studien werden täglich neu registriert (ClinicalTrials.gov, EU-Register, nationale Register). Eine weltweit vollständige Liste wäre sehr lang und schnell veraltet.
Du solltest schauen:
1. Gezielte Liste: z. B. alle Phase-3-Prüfstoffe in Depression oder laufende Studien in Schizophrenie weltweit — mit direkten Links zu ClinicalTrials.gov / Studien-IDs.
2. CSV/Excel mit den wichtigsten Studien (Studien-ID, Wirkstoff, Indikation, Phase, Sponsor, Status).
3. Kurz-Dossier zu einzelnen Wirkstoffen (Wirkmechanismus, Studiendaten, klinischer Status).
(Unterstützende Quellen: ClinicalTrials.gov-Einträge und Fachartikel/Übersichten, z. B. zu Psilocybin, MDMA, KarXT, ulotaront, osavampator)
Laden Sie sich einfach eine KI App herunter und suchen Sie nach (fragwürdigen) Medikamenten.
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